Columbia University: Joe Biden verurteilt Gewalt bei Pro-Palästina-Protesten (2024)

Scheiben eingeschlagen, Türen verbarrikadiertBiden verurteilt Gewalt bei Protesten an Columbia University

Studenten verbarrikadieren sich in der Hamilton Hall der Columbia University und solidarisieren sich mit den Menschen im Gazastreifen. Die Uni droht mit dem Ausschluss – und auch das Weiße Haus meldet sich zu Wort.

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Columbia University: Joe Biden verurteilt Gewalt bei Pro-Palästina-Protesten (1)

US-Präsident Joe Biden hat die Gewalt bei den propalästinensischen Demonstrationen an der New Yorker Eliteuniversität Columbia verurteilt.

»Der Präsident glaubt, dass die gewaltsame Übernahme eines Gebäudes auf dem Campus der absolut falsche Ansatz ist. Das ist kein Beispiel für friedlichen Protest«, sagte John Kirby, ein Sprecher des Weißen Hauses. Einige wenige Studenten sollten nicht in der Lage sein, das Studium der restlichen Studentenschaft zu stören. »Studenten, die für ihren Universitätsbesuch bezahlen und eine Ausbildung anstreben, sollten dieser ungestört folgen können, und sie sollten sich dabei sicher fühlen können«, sagte Kirby weiter. Hassrede und Symbole des Hasses hätten in den USA keinen Platz.

Die Demonstrationen an der Columbia laufen bereits seit rund zwei Wochen. In der Nacht zum Dienstag drangen Demonstrierende in ein Gebäude auf dem Campus im Norden Manhattans ein. Es handelt sich um die Hamilton Hall, die auch 1968 während eines Protests gegen den Vietnamkrieg besetzt worden war.

Fenster eingeschlagen, Türen verbarrikadiert

Auf Videos war zu sehen, wie vermummte Personen mit schwarz-weißen Palästinensertüchern Fenster einschlugen und den Eingang des Gebäudes mit Stühlen und Tischen verbarrikadierten. Nach Angaben der Studierendenzeitung »Columbia Spectator« befanden sich mehrere Dutzend Protestierende in dem Gebäude. Hunderte weitere demonstrierten demnach davor. Die Polizei halte sich außerhalb des Universitätsgeländes für den Fall bereit, dass es Verletzte gebe.

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Die Studierendengruppen »Columbia Students for Justice in Palestine« und »Columbia University Apartheid Divest« kündigten an, die Hamilton Hall nicht zu verlassen, bis ihre Forderungen erfüllt würden. »Ein Gebäude zu besetzen, ist ein geringes Risiko im Vergleich zum täglichen Widerstand der Palästinenser im Gazastreifen«, heißt es in einer auf der Plattform X verbreiteten Stellungnahme. Die Universität Columbia empfahl Studierenden und Mitarbeitenden, aus Sicherheitsgründen nur in dringenden Fällen den Campus aufzusuchen und schränkte den Zugang zu dem Gelände weiter ein.

Studenten droht Ausschluss

Columbia-Sprecher Ben Chang sagte: »Studenten, die das Gebäude besetzen, droht der Ausschluss«. Die Universität habe den Demonstranten die Möglichkeit gegeben, das Gebäude friedlich zu verlassen und das Semester zu beenden. Aber diejenigen, die den am Montag formulierten Bedingungen nicht zugestimmt hätten, würden suspendiert. Sie hätten dann keinen Zugang zu akademischen und Freizeiteinrichtungen mehr, dürften nur ihre Wohnheime betreten und seien nicht berechtigt, ihren Abschluss zu machen.

»Die Demonstranten haben sich für eine Eskalation entschieden, die zu einer unhaltbaren Situation geführt hat – Vandalismus, Einschlagen von Türen und Fenstern und Blockieren von Eingängen – und wir ziehen die Konsequenzen, die wir gestern skizziert haben«, sagte Chang.

Die Demonstrierenden kritisieren das Vorgehen Israels im Gazakrieg und fordern Solidarität mit den Palästinensern. Außerdem verlangen sie von der Hochschule, finanzielle Beziehungen mit Israel zu beenden. Die Universität lehnt das ab.

DER SPIEGEL

Polizei-Einsatz sorgte für Kritik

Vor knapp zwei Wochen hatte ein Einsatz der New Yorker Polizei an der Universität Columbia für Aufsehen und Kritik gesorgt, in der Folge kam es an Dutzenden Universitäten in den USA zu Protesten und den Aufbau von Zeltlagern. Seitdem wurden landesweit laut »New York Times« mehr als 800 Menschen festgenommen, darunter auch Hochschulpersonal. Einigen wird Antisemitismus und die Verharmlosung der islamistischen Hamas vorgeworfen, deren Ziel unter anderem die Vernichtung des Staates Israel ist.

Israels Präsident Isaac Herzog nannte die »entsetzlichen antisemitischen Aktionen« an der Universität Columbia zutiefst beunruhigend. »Die amerikanische Wissenschaft muss sich der Bedrohung bewusst werden«, schrieb Herzog auf der Plattform X. Er sprach von »einer klaren und gegenwärtigen Gefahr für die akademische Freiheit und für das Leben der Juden auf dem Campus.« Herzog forderte Maßnahmen, um Antisemitismus auf dem Campus zu unterbinden.

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Die Hamas und andere islamistische Gruppen hatten am 7. Oktober vergangenen Jahres etwa 1200 Menschen getötet und mehr als 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel reagierte daraufhin mit einer Bodenoffensive und Luftschlägen in dem Küstengebiet. Durch israelische Angriffe wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde seit Kriegsbeginn etwa 34.500 Menschen getötet.

ptz/AP/Reuters

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